Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die neue Rubrik Digitalisierung im DaZ-Unterricht soll Ihnen einen Überblick über ausgewählte digitale Medien und deren Einsatzmöglichkeiten im DaZ-Unterricht geben. Hier werden Ihnen bewährte und neue Anwendungen für Smartphones, Internetseiten und Plattformen, digitale Lehrwerke und Online-Kurse vorgestellt. Außerdem erwarten Sie Infos zur Handhabung und zu den Vor- und Nachteilen der vorgestellten Medien. Sei es das interaktive Whiteboard in Ihrem realen Klassenzimmer oder Ihr PC, von dem aus Sie Ihr virtuelles Klassenzimmer regieren, oder die Smartphones Ihrer Kursteilnehmenden – für alle Geräte und Nutzer wird etwas dabei sein. Sie sind herzlich zum Erfahrungsaustausch eingeladen. Ihre Vorschläge, Wünsche, Beispiele aus der Praxis etc. können Sie gerne per E-Mail oder in einem persönlichen Gespräch mit mir teilen: ilya.pissar [at] iik.berlin.

Ilya Pissar


Veröffentlichte Beiträge

 

 

 

Bildschirme spiegeln auf dem ActivePanel

Auf den ActivePanel-Geräten, mit denen im IIK die Räume 101, 105, 301, 304/305 und 309 ausgestattet sind, lassen sich über die vorinstallierte App ScreenShare Bildschirmanzeigen von Smartphones, Tablets und Laptops spiegeln.

Zum Spiegeln der Bildschirme muss die Lehrkraft die App ScreenShare auf dem ActivePanel unter OPS als Quelle starten, woraufhin der Panel-Name und die Panel-ID erscheinen. Auf dem Laptop muss man ebenfalls die ScreenShare-App öffnen und dort die Panel-ID eingeben. Auf dem Smartphone oder iPad kann man die Bildschirmsynchronisierung oder die AirPlay-Funktion nutzen, um diese Geräte mit dem Panel zu verbinden. Danach gelangen die Geräte der Lernenden in den sogenannten Warteraum, in dem die Lehrkraft die Freigabe zum Spiegeln der Bildschirme erteilt.  Gleichzeitig können vier externe Bildschirme am Panel angezeigt werden. Wichtig: Smartphones und Tablets müssen sich im selben WLAN-Netzwerk wie die digitale Tafel befinden.

Diese Funktion bietet beispielsweise folgende Szenarien an.

  • Die Lernenden können Aufgaben, die auf ihren Endgeräten erstellt wurden, seien es Sätze oder Rechercheergebnisse, von ihren Plätzen am ActivePanel anzeigen.
  • Die Smartphones der Lernenden lassen sich als Dokumentenkameras nutzen, wenn sie ihre Smartphone-Kameras öffnen. Dadurch lassen sich z. B.  Notizen der Lernenden und Ergebnisse ihrer Gruppenarbeit an der digitalen Tafel anzeigen.
  • Die Lehrkraft kann die Bildschirmansichten in Tafelbildern festhalten, kommentieren oder korrigieren.

Wenn Sie den Einsatz von ScreenShare planen, beachten Sie bitte, dass es bei instabiler oder schwacher Internetverbindung zu Verzögerungen bei der Bildübertragung kommen kann.

 

 

Menimeter

Bei Mentimeter handelt es sich um ein Präsentations- und Umfragetool, mit dessen Hilfe man die Lernenden aktiv in das Unterrichtsgeschehen einbinden und sich ihr Echtzeit-Feedback einholen kann. Die Lehrkraft benötigt dazu mindestens ein Free-Account auf mentimeter.com, wo sie ihre Präsentationen erstellt und verwaltet.

Es gibt unterschiedliche Abfragetypen und Antwortmöglichkeiten, z. B. Multiple Choice und Wortwolke. Beim Öffnen einer Mentimeter-Folie werden oben die Website-Adresse menti.com und ein Zahlencode angezeigt, mit dem die Teilnehmenden sich mittels ihrer Endgeräte im Browser oder über die gleichnamige App in die Präsentation einloggen und ihr Feedback abgeben können. Öffnet die Lehrkraft eine neue Folie, erscheinen auf den Smartphones bzw. Tablets automatisch die entsprechenden Fragen oder Inhalte. Die Ergebnisauswertung wird auch zentral angezeigt. Ein schnelles Einloggen und Partizipieren erfolgt auch über einen QR-Code. Dieser wird von der Lehrkraft heruntergeladen und angezeigt und von den Lernenden eingescannt.

Einsatz im Online- und Präsenzunterricht:

  • Einholen von Reaktionen, Impulsen, Feedback und Diskussionsanlässen
  • Abstimmungen und Umfragen
  • Festhalten und Präsentation von Gruppenarbeitergebnissen

Als nachteilig ist zu betrachten, dass von den Teilnehmenden eingegebene Nomen kleingeschrieben auf der Folie erscheinen.

 

 

Digitale Lehrwerke von telc

Neben dem im letzten Beitrag vorgestellten Prüfungstraining Deutsch-Test für Zuwanderer bietet der Verlag telc digitale Unterrichtsbegleiter und E-Books auch zu anderen Lehrwerken, die im IIK auf interaktiven Tafeln oder im Online-Unterricht genutzt werden.

So ist der Unterrichtsbegleiter zur Lehrwerkreihe Einfach gut! (A1-B1) nicht mehr aus unserer Unterrichtspraxis wegzudenken. Er deckt nicht nur den Inhalt des Printlehrwerks inklusive Arbeitsbuch ab, sondern enthält auch direkt

  • abspielbare Audios und Videos sowie vergrößerbare Fotos,
  • zusätzliche interaktive Übungen,
  • Links zu vertiefenden Online-Übungen im VHS-Lernportal (s. entsprechenden Beitrag), 
  • Unterrichtstipps aus dem Lehrerhandbuch, 
  • eine Stoppuhr und einen Timer.

Das E-Book Einfach weiter! Deutsch B2 enthält ebenso das komplette Kurs- und Arbeitsbuch, integrierte Audiotracks, eine Stoppuhr und einen Timer.

 

 

Das E-Book Prüfungstraining Deutsch-Test für Zuwanderer

Das Buch Prüfungstraining Deutsch-Test für Zuwanderer von telc liegt seit einiger Zeit auch in digitaler Form als E-Book vor. In dieser Form ermöglicht es den Lehrenden, die Prüfungsvorbereitung in Integrationskursen online – in unserem Fall per Bildschirmteilung auf der seconos-Lernplattform – oder mithilfe des interaktiven Whiteboards zu gestalten.

Jede der 13 Lektionen beinhaltet

  • jeweils eine der 13 Prüfungsaufgaben mit heranführenden Übungen,
  • integrierte Audiotracks,
  • Übungen zum prüfungsrelevanten Wortschatz,
  • binnendifferenzierende Aufgaben,
  • Lösungsstrategien und Tipps.

Außerdem findet man am Ende des Buches Lösungen, Transkripte der Hörtexte, Informationen zur Prüfung und zwei komplette Übungstests.

Unser Institut verfügt über eine Gruppenlizenz. Interessierte Kolleg*innen, die momentan in Integrationskursen eingesetzt werden, können sich unter diesem Link die Demoversion des E-Books ansehen und sich an mich wenden, sollte das E-Book auf ihrem PC oder auf dem interaktiven Whiteboard in ihrem Klassenzimmer installiert werden.

 

 

Test-Trainer zum Orientierungskurs im VHS-Lernportal

Angesichts meines Einsatzes als Vertretung in einem Online-Orientierungskurs und der nahenden Bundestagswahl bin ich neulich auf der Suche nach passendem und für den Online-Unterricht geeignetem Material mal wieder auf den Test-Trainer im VHS-Lernportal aufmerksam geworden. In rund 100 Übungen (Lückentexte, Wendekarten, Zuordnung usw.) und 80 Fragen, die über drei Themenblöcke – Verfassungsprinzipien, Verfassungsorgane und Wahlen – verteilt sind, bereitet der Trainer auf den Test „Leben in Deutschland“ vor und kann begleitend zum Modul „Politik in der Demokratie“ oder zu dessen Wiederholung eingesetzt werden. Gerade in schwächeren Klassen kann der Trainer zum besseren Vermitteln bzw. Verständnis der relativ komplizierten Inhalte dieses Moduls verhelfen. So findet man unter sprachlich besonders anspruchsvollen Testfragen eine in einfacherem Deutsch formulierte Version samt Wortschatzerklärungen. Nach jeder bearbeiteten Übung und nach jedem Themenblock werden die Ergebnisse angezeigt, was den Lernfortschritt lenkt. Ein weiterer Vorteil: Der Test-Trainer erfordert keine Registrierung.

 

 

Kahoot! Quizfragen zu den DaZ-Lehrwerken von Klett

Lernfortschrittstests gehen auch ganz „unbürokratisch“, also spielerisch und digital, und zwar mit dem Online-Tool Kahoot!, das zum Erstellen und/oder Teilen von Quizspielen mittels  Multiple-Choice-Fragen gedacht ist. Wenn Sie mit den Lehrwerken Hier!, Aspekte neu, Linie 1 oder Mittelpunkt neu unterrichten, dann können Sie von den für diese Lehrwerke erstellten Quizspielen mit ausgearbeiteten Fragen zu Grammatik, Wortschatz und Landeskunde profitieren.

Klicken Sie dazu auf den Link (hier klicken) und auf das genutzte Lehrwerk, wählen Sie den Band und die Lektion aus und klicken Sie dann auf Weiter. Anschließend öffnet sich die Liste mit allen Fragen zu der jeweiligen Lektion. Nun kann man sich als Lehrkraft registrieren bzw. anmelden (lohnt sich später zum Erstellen von eigenen Quiz- oder Feedbackfragen) oder das Ganze umgehen und als Gast spielen (Play as guest), was wohl am einfachsten wäre. Im nächsten Schritt muss man auf Continue as a guest klicken. Danach können die Sprache des Menüs und die Spieloptionen gewechselt werden. Zum Spielstart muss die Lehrkraft nur noch den Spielmodus auswählen (Spieler gegen Spieler oder Team gegen Team), woraufhin die Spiel-PIN generiert wird, welche die Lernenden auf der Seite kahoot.it im Browser oder auf dem Handy in der App Kahoot! eingeben.

Nach dem Spielstart durch die Lehrkraft wird eine Frage mit jeweils zwei bis vier durch verschiedene Symbole und Farben gekennzeichneten Antwortoptionen eingeblendet. Präsentiert werden die Fragen und die möglichen Antworten auf dem Monitor der Lehrkraft (interaktive Tafel im Präsenzunterricht oder geteilter Bildschirm im seconos LMS). Während der Countdown läuft, müssen sich die Spielenden für die Schaltfläche entscheiden, die ihrer Meinung nach der richtigen Antwort entspricht. Die korrekte Antwort wird nach der letzten abgegebenen Antwort oder nach dem Ablauf der Zeit angezeigt. Wer am schnellsten die meisten richtigen Antworten anklickt, bekommt die höchste Punktzahl und wird am Ende spektakulär mit Musik und (digitalem) Konfetti gefeiert.

 

 

Deutsch mit… YouTube-Bloggern!

Neben lustigen Katzenvideos, Videoclips und Werbung kann man auf YouTube schon längst Lernvideos gucken, professionell aufgenommen und didaktisch aufbereitet durch erfahrene Deutschlehrende. Hier eine kleine Auswahl von Bloggern, auf die mich meine Kursteilnehmenden aufmerksam gemacht haben und die wir unseren Kolleginnen und Kollegen als Inspirationsquelle bzw. unseren Lernenden als unterhaltsame Unterstützung beim Lernen zu Hause weiterempfehlen können:

Deutsch mit Maria: Auf diesem Kanal bietet die Deutschlehrerin Maria ganz viele Tipps zur Vorbereitung auf unterschiedliche Prüfungen von telc und Goethe-Institut (hauptsächlich B2 und C1), Sprachlerntipps, Wortschatzerklärungen nach Themenfeldern und Wortfamilien, Analyse von typischen Fehlern und Buchempfehlungen an.

Deutsch mit Benjamin: Hier liegt der Schwerpunkt bei der Aussprache und dem Hörverständnistraining, aber auch Benjamin teilt mit seiner Community Tipps und Lifehacks zum effektiven Deutschlernen und erklärt umgangssprachliche Ausdrücke und Redewendungen.

24h Deutsch mit Ida: „Grammatik, Wortschatz und Tipps für das Leben in Deutschland“, so lautet die Beschreibung des Kanals, der ein Angebot des Goethe-Instituts ist. In kurzen Erklärvideos und inszenierten Situationen bringt Ida ihren Zuschauerinnen und Zuschauern so ziemlich alles bei: von Routineformeln und Floskeln über den korrekten Gebrauch von Präpositionen bis hin zu Bewerbungstipps.

fröhlich Deutsch: Auf dem Kanal von Michaela Fröhlich gibt es vor allem Videos mit Tipps zur Verbesserung der Aussprache. Es geht hier um Themen wie Artikulation von bestimmten Lauten, Intonation, Wort- und Satzakzent usw. Außerdem erklärt Michaela einige grammatische Themen, synonyme Ausdrücke, Phraseologismen und häufige Fehler von Deutschlernenden.

Deutsch plus: Die Kanalbesitzerin Susanne macht Videos für fortgeschrittene Deutschlernende (B2-C1), die ihre Grammatik- und Wortschatzkenntnisse erweitern möchten. So erklärt sie z. B. deutsche Redewendungen und den Gebrauch von Synonymen und Alternativen zu bestimmten Verben anhand von Beispielsätzen.

 

 

Phonetik Simsalabim Online

Die unter Mitwirkung der renommierten Sprechwissenschaftlerin und Phonetikerin Ursula Hirschfeld entstandene Internetseite Phonetik Simsalabim Online bietet Deutschlernenden ab Sprachniveaustufe A1-A2 ein umfassendes Übungsmaterial zur Verbesserung der Aussprache.

In insgesamt zehn Lektionen werden nicht nur einzelne Laute systematisch geübt, sondern auch lautübergreifende phonetische Merkmale wie Akzentuierung, Melodie und Rhythmus. Jede Lektion besteht aus unterschiedlichen Aufgaben, die wiederum mehrere Übungen und Videosequenzen enthalten. Die Aufgaben und Übungen innerhalb der Lektionen bauen aufeinander auf und sollten nacheinander bearbeitet werden, die Reihenfolge der Bearbeitung einzelner Lektionen kann jedoch beliebig sein.

Bei den meisten Übungen handelt es sich um kontrollierbare Hörübungen, zur Kontrolle muss man auf Antwort überprüfen klicken. Die Videosequenzen veranschaulichen die jeweiligen phonetischen Regeln auf eine lustige Weise. Außerdem gibt es Übungen zum Mit- und Nachsprechen. Letztere erfordern idealerweise eine Kontrolle durch die Lehrkraft.

Laut Autoren ist der Kurs zum Selbstlernen unter Anleitung einer Lehrperson konzipiert. Die Einsatzmöglichkeiten und Arbeitsempfehlungen für Lehrkräfte findet man unter Einführung.

 

 

Langsam gesprochene Nachrichten

Auf der Webseite der Deutschen Welle findet man in der Rubrik Deutsch lernen täglich von Montag bis Samstag aktuelle Tagesnachrichten. Diese Nachrichten behandeln vorwiegend politische Ereignisse und richten sich an Lernende der Niveaustufen B2-C1. Sie sind in Textform (man gelangt zum Text mit einem Klick auf das Datum) und als langsam gesprochene Audiodatei verfügbar. Neben der langsamen kann man sich die im normalen Tempo gesprochene Variante anhören und bei Bedarf herunterladen – leider als eine Datei und nicht separat für einzelne Nachrichten. Diese Audiodateien bieten authentisches Material zum Trainieren des Hörverstehens. Man überlege sich einfach globale Verständnisfragen oder Fragen nach bestimmten Details und lasse sie beim Hören durch seine Lernenden beantworten. Die Lehrkraft  könnte die Transkripte auch als Lückentexte präparieren, was sich zum Wortschatztraining – optional mit anschließender Kontrolle beim Hören – eignet. 

Auf der Seite der Rubrik befindet sich des Weiteren ein Glossar mit häufigen Vokabeln aus der Nachrichtensprache, Bedeutungserklärungen und Beispielsätzen.

 

 

Nachrichten in leichter Sprache

Ist es für unsere Lernenden möglich, sich auf Deutsch über das politische und kulturelle Geschehen hierzulande und in aller Welt auf dem Laufenden zu halten, und, wenn ja, wie lässt sich das mit der Unterrichtspraxis verbinden? Für die Lernenden der Niveaustufen A1-B1 ist die Sprache in den Printmedien – und im Radio zusätzlich aufgrund des hohen Sprechtempos – zu anspruchsvoll, dennoch sind wir gehalten, sie an den authentischen Sprachgebrauch in den Medien heranzuführen. Dabei können uns Nachrichten in leichter Sprache helfen.

Große Rundfunkanstalten wie ARD und MDR passen die wichtigsten Nachrichten sprachlich an Menschen an, die Leseschwierigkeiten oder einen begrenzten Wortschatz haben, und veröffentlichen sie auf ihren Internetseiten und als Podcasts. Diese Nachrichten enthalten kürzere Sätze, einfachere Wörter und nur wenige spezielle Begriffe.

Auf der Webseite www.nachrichtenleicht.de (Nachrichtendienst des vom Deutschlandradio produzierten Informationsprogramms Deutschlandfunk) werden jeden Freitag die wichtigsten Nachrichten der Woche zusammengefasst. Erklärungen zu den in den Texten vorkommenden Eigennamen und Abkürzungen erleichtern das Verständnis (man findet solche frequenten Begriffe auch im Wörterbuch auf der Startseite). Alle Nachrichten sind zudem als Hörtexte verfügbar, was weitere Einsatzmöglichkeiten im Unterricht bietet.

Solche Nachrichten können als Gesprächsanlass und/oder zum Trainieren des Hörverständnisses dienen (in B2-Prüfungen hören die Teilnehmenden unter anderem eine Nachrichtensendung). Zur Wortschatzerweiterung kann die Lehrkraft Synonyme zu den simplen Wörtern aus der Nachricht einführen. Bei einigen Wörtern ist auf dieser Seite Vorsicht geboten: Die Bestandteile von längeren, normalerweise zusammengeschriebenen Komposita werden zugunsten der Lesbarkeit durch Bindestrich getrennt (z. B. Bundes-Regierung, Arbeit-Nehmer). In diesem Fall sind die Lernenden auf die korrekte Schreibweise hinzuweisen.

Wer auf der Suche nach regionalen Nachrichten in leichter Sprache ist, findet unten auf der Startseite einen Link dazu.

Die in einem älteren Beitrag erwähnte Rubrik Langsam gesprochene Nachrichten auf der Webseite der Deutschen Welle erfüllt zwar nicht die Kriterien der leichten Sprache, ist es aber wert, im nächsten Beitrag näher vorgestellt zu werden.

 

 

Miniserie Erste Wege in Deutschland

Welche Einsatzmöglichkeiten gibt es beispielsweise für die im unteren Beitrag vorgestellte Miniserie des Goethe-Instituts für Anfänger? Da die Situationen und Probleme, die die Protagonistin erlebt, den meisten Teilnehmenden eines Integrationskurses vertraut sein dürften und wohl in allen A1-Lehrwerken thematisiert werden (nach einer Wohnung suchen, neue Freunde finden, einen Handyvertrag abschließen u. ä.), kann die Lehrkraft einzelne Filme sowohl im Online- als auch im Präsenzunterricht als Einstieg ins einschlägige Kapitel oder auch ergänzend dazu nutzen.

Zum Abspielen der Filme im seconos LMS muss man in der Videokonferenz auf das Aktionen-Symbol klicken (Pluszeichen unten links), Externes Video teilen wählen und den YouTube-Link zum gewünschten Film eingeben, denn die Filme auf der offiziellen Webseite können nicht in der Videokonferenz geteilt werden (außer über Bildschirmteilung). Im Präsenzunterricht lassen sich die Filme auf der Webseite an der digitalen Tafel präsentieren.

Außerdem bietet die Webseite interaktive Übungen (größtenteils Drag & Drop und Multiple Choice) und Transkripte aller Folgen zum Herunterladen. Diese kann die Lehrkraft unterschiedlich didaktisieren (z. B. die Lernenden mitlesen, Lückensätze ergänzen, Szenen nachspielen oder ähnliche Dialoge schreiben lassen).

Zu Hause oder unterwegs können die Lernenden auch alleine alle Filme sehen und die Übungen machen, und zwar auf dem Smartphone oder Tablet über die kostenlose App Mein Weg nach Deutschland.

 

 

Online-Serien für Deutschlernende

In Zeiten von Netflix müssen Deutschlernende nicht mehr lange nach einer unterhaltsamen deutschsprachigen Serie suchen, zumal mehrsprachige Vertonungen und Untertitel ihnen das Verständnis erleichtern. Möchte man die Lernenden beim Seriengucken nebenher dem gesteuerten Spracherwerb aussetzen, so lässt sich das mithilfe untenstehender Online-Serien gut machen. Kurze Folgen, interaktive Übungen und kostenlose Arbeitsblätter für den Unterricht, ein- und ausschaltbare Untertitel, niveaugerechter Sprachgebrauch sowie Protagonisten, mit denen unsere Lernenden sich identifizieren können – das sind nur einige Vorteile dieser Serien, abgesehen davon, dass kein Abo erforderlich ist.

  • Die im vorherigen Beitrag erwähnte VHS-Websoap Schnitzel und Dolmades ist im Bereich Für Kursleitende versteckt. Sie erzählt in 45 Folgen „Geschichten aus dem Leben der griechischen Familie Tsantidis, des türkischen Kioskbesitzers Emre, der dänischen Studentin Inga sowie ihrer Freunde und Nachbarn“ und hat eine Sprachprogression von A1 bis B1.
  • In der von der Deutschen Welle für den gleichnamigen interaktiven Kurs produzierten Serie Nicos Weg begleitet man einen jungen Mann aus Spanien auf seinem Weg durch den deutschen Alltag, ebenso auf den Niveaustufen A1-B1. Alle Folgen kann man einzeln oder zu ganzen Filmen zusammengeführt auf YouTube sehen.
  • Die Telenovela Jojo sucht das Glück ist auch eine Produktion der Deutschen Welle. Sie richtet sich an Lernende der Niveaustufe B1-B2 und verfolgt in drei Staffeln das Leben einer jungen Brasilianerin, die zum Studium nach Köln gezogen ist. Das vielfältige didaktische Material und zahlreiche interaktive Übungen ermöglichen die Einbindung in den Online-Unterricht.
  • Die Miniserie des Goethe-Instituts Erste Wege in Deutschland, auch über die App Mein Weg nach Deutschland abspielbar, ist für Anfänger gedacht und zeigt, wie eine junge Türkin mit noch ganz geringen Deutschkenntnissen alltägliche Situationen wie Arztbesuch und Arbeitssuche meistert.

 

 

Berufsorientierte Online-Kurse im VHS-Lernportal

Im ersten Lockdown musste das VHS-Lernportal bei uns für manche ausgefallenen Kurse im Rahmen der sog. Online-Tutorien herhalten. Seitdem hat das Portal nachgerüstet und bietet neben einem Alphabetisierungskurs, drei Kursen auf dem Niveau A1-B1 und dem B2-Deutschkurs Beruf nun auch einen Test-Trainer zum Orientierungskurs sowie zwei weitere berufsorientierte Kurse auf den Niveaustufen A2-B1 an, alles kostenlos und als Smartphone-Apps für iOS- und Android-Geräte verfügbar (mit Ausnahme des Test-Trainers).

Der Kurs A2-B1-Beruf enthält 12 Lektionen pro Niveaustufe, der Kurs B2-Beruf ganze 20; am Ende jeder Lektion können die Lernenden einen Test absolvieren. Die Inhalte der Lektionen orientieren sich am Lernzielkatalog der berufsbezogenen Sprachförderung und dienen mithilfe von unterschiedlichen Übungstypen viel mehr dem Training von Fertigkeiten, Wortschatz und Grammatik im beruflichen Kontext als der Vermittlung von Regeln und Lernstrategien, weshalb sie nur ergänzend in den berufsbezogenen Präsenz- und/oder Online-Unterricht eingebunden werden sollten.

Das Menü des Portals ist benutzerfreundlich, schrittweise mehrsprachige Anleitungen für Lernende und Kursleitende erleichtern den Einstieg in die digitalen Kurse und die Registrierung. Registrierte Dozenten können Kurse im System anlegen und dort ihre Klassen verwalten, deren Lernfortschritt verfolgen und mithilfe der Korrekturtools ihre Texte korrigieren, eine Dateiablage und einen Klassenchat nutzen. Ist man des Lernens bzw. Unterrichtens müde, lädt die VHS-Serie Schnitzel und Dolmades zum Entspannen ein. Diese und andere Serien für Deutschlernende im Netz sehen wir uns im nächsten Beitrag an.

 

 

Deutsch am Arbeitsplatz auf goethe.de

Als Deutschlands größter Kultur- und Sprachmittler im Ausland unterstützt das Goethe Institut Deutschlernende und Deutschlehrer auf der ganzen Welt. Auf der Internetseite des GI findet man unter der Kategorie Deutsche Sprache jede Menge didaktisches Material und konkrete Übungen, unter anderem auch eine große Sammlung von Online-Übungen, die auf den Arbeitsalltag in Deutschland und die berufliche Kommunikation vorbereiten sollen. Dieses Angebot möchte ich allen Kollegen ans Herz legen, die in Berufssprachkursen unterrichten und auf der Suche nach aktuellem und authentischem Lernmaterial sind. Die interaktiven Übungen zu den typischen Sprachhandlungen und Situationen im beruflichen Kontext decken alle Niveaustufen ab, sowohl berufsübergreifend als auch nach sechs Berufsfeldern (soziale Berufe, Wissenschaft und Technik, Bürokommunikation, Dienstleistungen, Kultur und Handwerk) gegliedert. Jedes Berufsfeld wird in zahlreichen Grammatik- und Wortschatzübungen für verschiedene Niveaustufen präsentiert.

Der Bereich Arbeitsplatz Deutschland informiert in Beiträgen, Filmen und Interviews über den deutschen Arbeitsmarkt und thematisiert in der zwölfteiligen Serie „Typisch!?“ die berufliche Kommunikation in Deutschland unter kulturspezifischem Blickwinkel.

Die bunte multimediale Rubrik Deutsch am Arbeitsplatz eignet sich hervorragend für den Einsatz im virtuellen BSK-Unterricht und kann von Kursteilnehmern auch beim selbstständigen Lernen außerhalb des Kurses genutzt werden, genauso wie die kostenlosen Online-Berufskurse im VHS-Lernportal, die im nächsten Beitrag vorgestellt werden.

 

 

Deutsche Welle: die App DW Learn German

Den Erwerb einer Fremd- oder Zweitsprache kann man mit Wellenreitenlernen vergleichen. Anfangs wackelt man noch unsicher auf dem Surfbrett, ein A1-Lehrwerk in der Hand, und lauscht verständnislos dem „Wellenrauschen“, das die Muttersprachler von sich geben. Am Ende reiten fleißige Lernende ganz hohe Wellen und bestehen erfolgreich ihren DTZ oder die B2-Prüfung. Die kostenlose Anwendung DW Learn German für Smartphones und Tablets, downloadbar im Google Play Store und im App Store, begleitet die Lernenden auf verschiedenen Etappen dieses Wegs und macht einfach Spaß.

Das Kursangebot Deutsch mobil umfasst neun unterhaltsame Online-Kurse (von A0 bis B2) plus einen Einstufungstest und ist in neun weiteren Menü-Sprachen verfügbar. Diese und sogar weitere Kurse können auch im Browser auf dem PC genutzt werden. Eine Registrierung ist nicht zwingend nötig, ergibt aber Sinn, wenn man eigenen Lernfortschritt festhalten möchte.

Die Kurse enthalten authentische Videos, in denen Wortschatz und Grammatik vermittelt werden. Diese werden im Anschluss mithilfe interaktiver Übungen trainiert und automatisch überprüft. Die Kursleiter können einzelne Übungen und Videos begleitend zu einem Integrationskurs oder zwecks Binnendifferenzierung verwenden und dadurch den Anforderungen an einen multimedialen Unterricht gerecht werden.

Das Menü der Kurse ist benutzerfreundlich und intuitiv zu nutzen, allerdings ist die Verwendung von grammatischen Begriffen auf unteren Stufen etwas irritierend (z. B. der gleich in der ersten Lektion des A1-Kurses eigeführte Begriff Pronomen). Aber keine Wellen ohne Schaum. Schicken Sie Ihre Kursteilnehmenden trotzdem mal raus zum Surfen durch die Online-Kurse der Deutschen Welle, deren Lernangebot so groß wie ein Ozean ist.

 

 

Deutsche Welle: Rubrik Deutsch lernen auf dw.com

Wie angekündigt, gucken wir uns auch in diesem Beitrag das Lernangebot der Deutschen Welle an, aber diesmal richten wir unser Augenmerk auf ausgewählte Features, Video- und Audiomaterial für höhere Niveaustufen (B2-C1) und für Lehrende. Zu finden ist das Ganze unter der Rubrik Deutsch lernen. Von hier überblickt man die auf verschiedene Zielgruppen zugeschnittenen Angebote, so z. B. Deutsch XXL für Fortgeschrittene und Deutsch unterrichten für unsereins. Die letzte Kategorie wartet mit kompletten Unterrichtsreihen, didaktisierten Arbeitsblättern und wöchentlichen Unterrichtstipps zur Vermittlung von Wortschatz, Grammatik und Landeskunde auf. Der Bereich Deutsch XXL bietet eine Riesenauswahl an Übungsmaterial. Ich beschränke mich auf meine Favoriten, die vor allem in B2-Kursen öfter zum Einsatz kommen:

  • Top-Thema mit Vokabeln: Hier findet man regelmäßig erscheinende Berichte zu aktuellen und diskussionstauglichen Themen aus unterschiedlichen Lebensbereichen, begleitet von interaktiven Übungen und Transkripten mit Wortschatzerklärungen, alles frei downloadbar.
  • Video-Thema mit Vokabeln: Sucht man nach einem visuellen Input zu einem Unterrichtsthema, so wird man hier fündig. Genauso wie die Audiobeiträge werden die kurzen Videos durch Zusatzmaterial ergänzt. Die Untertitel lassen sich nach Wunsch ein- und ausblenden.
  • Langsam gesprochene Nachrichten: Damit kann man das Hörverständnis der Lernenden sehr gut trainieren, was ihnen besonders in der Prüfungsvorbereitungsphase zugutekommt. Die Nachrichten können wahlweise auch im Originaltempo abgespielt und als Podcast unterwegs genutzt werden. Ein guter Bonus ist das abecelich geordnete Nachrichtenglossar mit frequenten Begriffen aus der Nachrichtensprache und ihren Definitionen.

 

 

Etherpad. Kollaboratives Schreiben im (Online-)Unterricht

Kurzanleitung

Denjenigen von uns, die an der BSK-Qualifizierung teilgenommen haben, ist der webbasierte Texteditor Etherpad inzwischen bekannt. Er ermöglicht den Lehrkräften und Kursteilnehmenden spontane, gleichzeitige und gemeinsame Arbeit an Texten. Dabei gibt es kein Login-System, was Etherpad sofort für alle verfügbar macht – für alle, denen die Adresse der jeweiligen Datei (oder des Pads) bekannt ist. Die Adresse, also der Link zum Pad, kann den Kursteilnehmenden per E-Mail oder via WhatsApp mitgeteilt werden. Im seconos LMS lässt sich der Link auch bequem mit den KTN teilen: Man kann ihn direkt bei allen Nutzern einblenden, indem man in der Toolbar auf den gelben Button „Link teilen“ klickt und die Adresse im sich öffnenden Fenster einfügt, oder auch dauerhaft an der Pinnwand posten.

Aber wie und wo erstellt man neue Pads? Diese kann man über das Formular auf der Startseite yopad.eu unter Angabe der Ablaufzeit anlegen (bei Inaktivität werden neu erstellte Pads wahlweise nach einem Tag, 30 Tagen oder einem Jahr gelöscht) bzw. über die Eingabe der Adresse und eines beliebigen Pad-Namens (nach dem Muster yopad.eu/p/Name) direkt in der Adressleiste des Browsers. Im zweiten Fall wird automatisch die 30-Tage-Frist gesetzt. Als Pad-Name eignet sich beispielsweise die Kursbezeichnung oder das zu behandelnde Unterrichtsthema.

Beim Aufrufen des Pads bekommt jede Person gleiche Rechte mit allen anderen Nutzern und eine Farbe zugewiesen, mit der ihr Text und alle von dieser Person vorgenommenen Änderungen hervorgehoben werden. Oben rechts kann man nicht nur die Zahl der aktiven Personen sehen, sondern auch seine Farbe bekennen und seinen Namen verraten. Unten rechts befindet sich ein Chatfenster, in dem Anweisungen schriftlich erteilt und Nachrichten ausgetauscht werden können.

Einsatzmöglichkeiten

Im Präsenzunterricht kann ein Pad, das eine unendlich lange Seite darstellt, auf dem interaktiven Whiteboard und/oder Smartphone bearbeitet und präsentiert werden. Im Online-Unterricht können sich alle ihrer Endgeräte bedienen. In beiden Szenarien werden die Schüler aktiviert und in die Textarbeit einbezogen, sei es eine kreative Schreibaufgabe (gemeinsam eine Geschichte schreiben) oder das Verfassen von Beispielsätzen zu einer grammatischen Konstruktion. Alle Eingaben sind sofort für alle verfügbar und können von der Lehrkraft korrigiert bzw. kommentiert werden. Dabei bietet Etherpad schüchternen Schülern Anonymität (vorausgesetzt, dass sie ihre Identität nicht preisgegeben haben) und Schreibwütigen mehr als genügend Platz zum Üben. Teilweise lassen sich auch Hausaufgaben darin erledigen.

Was aber dieses Tool für fortlaufenden DaZ-Unterricht so nützlich macht, ist die Möglichkeit, alle wichtigen, gemeinsam ausgearbeiteten und gesammelten Lerninhalte, Regeln, Beispielsätze und Redemittel dauerhaft festzuhalten und als Word- oder PDF-Datei zu speichern (zwei auseinandergehende Pfeile auf der Taskleiste oben rechts), die an alle Schüler gesandt werden kann. Allerdings ist eine klare Vereinbarung darüber nötig, wer was auf der Seite korrigieren und löschen darf. Deshalb sollte der Name der Lehrkraft sichtbar und ihre Farbe allen Schülern bekannt sein.

Zugegebenermaßen erfordert die Arbeit mit Etherpad von den Schülern einen gewissen Grad an Medienkompetenz, den die meisten von ihnen als Smartphone-Nutzer auch mitbringen. Außerdem sind die Schüler darauf hinzuweisen, dass man auf yopad.eu keine vertraulichen oder persönlichen Informationen festhalten sollte, da die Seite, wie oben erwähnt, durch kein Login-System geschützt ist.

Wie setzen Sie Etherpad im Unterricht ein? Für alle zugesandten Ideen und Anregungen wären andere Kollegen und ich Ihnen sehr dankbar.