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Gehen, ging, gegangen

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Autor(en): 
Jenny Erpenbeck

Der Titel des Romans lässt vermuten, dass es u.a. um Sprachunterricht geht. Die Stammformen von gehen könnten sogar auf den ersten Blick auf einen grammatikalisierenden Sprachunterricht hindeuten. Doch auf solche Gedanken kann nur ein Sprachlehrender kommen. Nein, zu kurz gegriffen, in diesem jüngsten Roman von Jenny Erpenbeck geht es in der Tat um das aktuelle Geschehen rund um Flüchtlinge. Das Verb gehen steht in einem größeren Zusammenhang, es umkreist ihr Schicksal, sie sind durch die Wüste gegangen und wissen nicht wohin sie gehen.
Allerdings stehen nicht Flüchtlinge so sehr im Vordergrund des Romangeschehens, sondern ein Berliner Professor im Ruhestand, ein Wohlstandsbürger par excellence, der offensichtlich gut durch die DDR sowie die BRD-Zeit gekommen ist, lässt es sich in seinem Haus am See wohl ergehen, bis er eines Tages, seine Langeweile überwindend, Flüchtlinge auf dem Alexanderplatz trifft, sich auf Asylbewerber einlässt und mit einem Notizbuch unter dem Arm Flüchtlinge nach ihrem Schicksal befragt. Eindrucksvolle, zu tiefst erschütternde Berichte werden so festgehalten und prägen sich ins Gedächtnis ein. Allerdings weiß man nicht so recht, wie ernst man den Professor nehmen soll. Womöglich sollen hier so nebenbei Klischees aufgebrochen werden, weil doch schon manches recht grotesk daherkommt. Die Fragen, die Richard den Flüchtlingen stellt, können Sprachlehrende Anregung für ihre Arbeit sein.

Verlag: 
Verlagsgruppe Random House
Erscheinungsjahr: 
2015
ISBN: 
978-3-8135-0370-8

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